Der chinesische Taxifahrer auf Mauritius
Hier eine Geschichte...die ähnlich wie die vorherige...
...etwas über die Hintergründe der Gesellschaft von Mauritius
und ihren inneren, dem Normalo-Touristen unbekannten Befindlichkeiten erzählt:
ALSO :
Ich pflege immer die Dinge um mich herum genau zu beobachten und
Ungereimtheiten festzustellen.
Dinge...die nicht (oder augenscheinlich nicht ) zusammenpassen.
1990...als ich das erste Mal in Grand Baie war...fuhr ich natürlich öfters Taxi
und stellte fest,daß es eigentlich gar keine chinesischen Taxi-Fahrer gibt.
ABER HOPPLA : Eine einzige Ausnahme gab es.!
In einem alten klapprigen Taxi gab es tatsächlich einen.
Einen alten Chinesen, abgearbeitet und müde.
Da dies der einzige chinesische Taxi-Fahrer war,
fragte ich meinen privaten Gastgeber, der seit ca.30 Jahren schon in Mauritius lebte,
und der erzählte mir dann folgende Geschichte:
Als der Mann jung und hübsch und heiratslustig war,
wollte er die Frau heiraten,die er liebte...eigentlich wunderbar,
doch sie hatte einen bedauerlichen Makel:
Sie war keine Chinesin.
Doch er wollte sie unbedingt heiraten. *Koste es was es wolle*
Und es kostete...:
Um einen offziellen Eklat zu vermeiden, bot ihm seine Familie an,
daß er '*pro forma* eine andere Chinesin heiraten solle,
privat könnte er aber mit seiner Geliebten (Kreolin?) zusammenleben,
die Familie würde das tolerieren.
WARUM EKLAT.?? Nun...:
In vielen *alteingesessenen Familien* in Mauritius ist es schlicht üblich,
daß man innerhalb der selben *Rasse* oder...modern ausgedrückt:
*Community* heiratet.
Außerhalb der Community zu heiraten
wird als Eklat empfunden und führt *Konsequenzen* nach sich.
So auch hier:
Als der junge Mann trotz verlockender Angebote nicht nachgeben wollte...
(etwa: Pro forma - Heirat )
schloß sie den (damals jungen) Mann aus dem Familien-Verband aus!
Das hatte vor Allem die Konsequenz,daß die Familie ihn nicht mehr in die Geschäfte mit einbindet...und ihm auch nicht hilft, in dem Falle daß er verarmt.
ALSO: Eine ganz erhebliche finanzielle Einbuße...und auch Einbuße an Status Quo..!!
Eine wirklich herbe Strafe...
Im gewissen Sinne war er kein Chinese mehr...!!! ( gesellschaftlich gesehen )
Ergebnis der ganzen Geschichte...:
Er fährt er bis heute Taxi.!
Alt und abgearbeitet und verhärmt...
Erkenntnis-Gewinn:
Aus dieser Geschichte und auch vielen, später folgenden, weiß ich aus nächster Nähe:
...daß es eine ungeheuer starke Gruppen-Bildung in Mauritius gibt....
...unterteilt hauptsächlich in die Rassen und Religionen,
die es auf der Insel gibt.
UND:
Diese Gruppen-Bildung bestimmt **unter der Decke** maßgeblich und
hauptsächlich das Leben in Mauritius. ( definitiv.! )
Alle arbeiten zusammen im Beruf / Geschäft...und in der Politik...schlicht...
weil es nicht anders geht...
Aber :
Sonst nicht, sie leben aneinander vorbei...und nur wenig und selten
*miteinander* , auch wenn es *von außen* so den Anschein hat.
Schluß-Bemerkung :
Ich weiß auch aus eigener Anschauung,
daß eine der großen Chinesen-Familien in Grand Baie eine
*eigene Siedlung* unterhält:
Mit 12-14 Häusern, Grünflächen drum herum,
einem eigenen swimming pool und eigenem Tennis-Platz...etc etc etc...und,vor Allem:
Einem großen Zaun drum herum...
fein abgeschottet vom Rest der Welt...

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