Ein Karateschlag

 

Eines Tages gingen mein Reise-Gefährte und ich am Strand spazieren und
kamen in eines dieser legendären Mauritius-Bistros:
Dort kann man bekanntlich alles Mögliche und Unmögliche kaufen...
So ein typisch mauritianischer Bistro ist eine noch aus der Kolonial-Zeit herrührende Mischung
zwischen Kneipe und Tante-Emma-Laden und Kiosk und Kolonialwaren-Laden etc.

(und wenn man durch eine heruntergelassene Wolldecke in  einen Nachbarraum geht,
kann man auch alte Einheimische beim Vertilgen des einheimischen Rums beobachten )


Was war das besondere an diesem Bistro.?

NUN, es gehörte Chinesen...(was für ein *kleines Bistro* recht selten ist )
und überall hingen Poster von Bruce Lee oder anderen Karate-Größen herum.
 
...merkwürdig...merkwürdig...und das Alles in einer halb abgedunkelten ...
dämmrig-schaurigen Athmosphäre...irgendwo auf Mauritius...
 
UND : Natürlich lag auch deren Ware aus, unter anderem auch ein 1-Zentner-Sack voller Erbsen
und der sollte jetzt eine Rolle spielen.


Ich weiß nicht warum...aber irgendwie *ritt mich der Teufel*
und ich nahm Aufstellung vor diesem Erbsen-Sack:

Immerhin:Ich bin ja auch Karate-Meister : 2.DAN.

Ich nahm also Aufstellung vor diesem Sack und meine Faust war ca 2-3 cm von ihm entfernt.
Ein Moment der Korrektur, bis ich richtig stand und die Faust richtig hielt.

Ein Moment der Konzentration...UND :
BUMMS...
 Aus 2 cm Entfernung schlug ich auf den 1 Zentner-Sack, der sich ca 10 cm anhob...
und dann ca. 30 cm weit flog und dann wieder *landete*...
 
(Für Insider : Es war der *One-inch-Punch*den Bruce Lee kreiert hat.!! )
 
Selbst mein Reise-Begleiter staunte nicht schlecht, was ich da machte.
___________________________________
 
Während der Konzentrations-Phase muß ich wohl ALLES um mich herum vergessen haben
und nichts um mich herum mehr wahrgenommen haben
*** Ich war wie in einer anderen Welt ***


JEDENFALLS :
Nach diesem *Flug des Zentners* brandete um mich herum erst Unglauben und Staunen auf
und dann Beifall.

Auf einmal waren alle Chinesen sehr begeistert und fragten mich,
wie ich das angestellt hätte...
was schließlich, nach einigem hin und her, zur Folge hatte:
Daß ich eingeladen wurde zum Kung-Fu-Training der Chinesen...


UND.:
Das war wirklich erstaunlich, welch gute Meister die hatten.!.!
Wir trainierten und kämpften und ich mußte mich auch tüchtig zur Wehr setzen,
wegen der ungewöhnlichen Bewegungen und Techniken,die die Chinesen *drauf hatten*.

Andererseits bin auch  ich *kein Kind von Traurigkeit* was die auch schnell merkten
( hier darf jetzt ein wenig geschmunzelt werden...)

Auch ich war in DEU schon für unkonventionelle Techniken und Kombinationen bekannt
und so hatten die Chinesen,die natürlich auf die Abwehr des traditionellen Karate trainiert waren,
auch *ein wenig zu tun*...*lach*...

Mit anderen Worten : Wir verstanden uns *prächtig* auf hohem (Karate-) Niveau.
Auch tauschten wir uns aus, indem wir dem jeweils anderen ein paar Techniken zeigten
und viel fachsimpelten und zwar *mit leerer Hand*, genauso wie mit Stock-Techniken
(Selbst-Verteidigung mit Hilfe eines Stockes)
Ich lernte so von denen...und die von mir.
 
SPÄTER...lernte ich - durch viel herumfragen - daß es äußerst schwer ist :
Generell mit Chinesen in Mauritius ( private ) Verbindung aufzunehmen
und dann noch im *Kung-Fu*, was sie für ihr  *Ureigenstes* halten, ist es erst recht schwer...

Ich habe also ohne es in diesem Moment zu wissen, eine hohe Ehre genossen...
UND:
Wenn man gezeigt hat,daß man *was kann* wird man von ihnen auch anerkannt und akzeptiert.

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