Wie man seinen Ort sauber hält oder.: Rauswurf auf asiatisch...(mauritianisch?)
Bekannterweise werden in den meisten Non-Touristen-Orten ab ca 20.00 Uhr
*die Bordsteine hochgeklappt*.
d.h.: Der Ort verdunkelt sich...es sind keine Geschäfte mehr offen...nur ein paar kleine Bistros noch...für die Einheimischen.
...auch das sonst sehr geschäftige Leben schläft ein...
...und der anständige Mauritianer geht nach Hause zu seiner Familie.
So ist es und so war es auch, als ich in Triolet ( nur ca. 5 km von Grand-Baie entfernt )
die befreundete Familie verließ...die gerade kein Auto hatte, um mich wie üblich nach Grand-Baie zu fahren. --
Ich hatte mich verquasselt...Spötter würden sagen.: Was denn sonst ...
Und.: Oh Schreck.! Es war schon halb neun.!
Es fuhren natürlich jetzt keine Busse mehr...und die, die vorbeikamen, ratterten mit großem Getöse und Gerumpel an mir vorbei in ihr Home-Depot.
Auto-Verkehr gab es zwar...aber ich konnte kein ( leeres ) Taxi mehr herbeiwinken.
Es wurde in Mauritius wie immer schnell Nacht -- und ich stand alleine in einer Ortschaft, die sich selber zu schließen begann.
Was tun.? Nun, ich lief auf und ab und winkte heftig um vielleicht doch noch ein Taxi zu erwischen.
Im Nachhinein.: Völlig klar, daß ich so für Einheimische als *Ausländer* klar zu erkennen war.
Auf einmal kam einer auf mich zu.: *Wie geht es Ihnen.? ; WAS tun Sie hier.? Kann ich Ihnen helfen.?* fragte er mich.
Zuerst hielt ich das für die übliche Mauritius-Freundlichkeit...aber *irgendwas* ließ mich vermuten,daß es diesmal nicht so war.
Es kam sogar noch ein zweiter Mann hinzu...der ebenfalls seinem *Freund* Schützenhilfe gab.
*Was können wir für Sie tun.?*
Wollten die mich etwa überfallen...kam mir ein Gedanke.?
Aber auf Grund deren korrekten Verhaltens verflog dieser Gedanke so schnell, wie er gekommen war.
Nichts davon...und schon gar nicht von gesitteten, erfahrenen Männern in anständiger Kleidung.
Auch ihre Körpersprache führte diesen Gedanken rasch ad absurdum. WAS war es also dann.?
Wie auch immer.: Sie klebten an mir wie die Kletten.:
Immer höflich und *hilfsbereit*.: *Wo kommen Sie her -- was machen Sie hier --
Können wir Ihnen ein Taxi rufen.?* etc etc etc --
Mir wurde allmählich klar.: Aus irgendeinem Grund "coverten" sie mich...sprich.:
Sie begleiteten mich gegen meinen Willen.
Ich flüchtete also in ein noch offenes Einheimischen-Bistro und trank eine Cola.! Hurrah...ich war sie los.!
Doch als ich wieder rauskam, waren sie gleich wieder da. *Kann ich Ihnen helfen.?
Kann ich ihnen ein Taxi rufen*.?
Es war geradezu unmöglich, einen Schritt ohne sie in dem nächtlichen Ort zu gehen.
Mittlerweile war es noch später geworden...ich wollte nach Hause...und
so sagte ich schließlich den beiden Plagegeistern.:
Jaaa...holt mir ein Taxi. Der Ältere der beiden telefonierte ...
und komischerweise kam jetzt auf einmal ganz schnell
*wie durch ein Wunder* ein leeres Taxi um die Ecke...die beiden Männer sprachen kurz mit dem Fahrer -- der lud mich ein und ich konnte nach Grand-Baie fahren.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ca eine Woche später ging ich tagsüber in Grand-Baie über die Straße...
und da sprach mich ein unbekannter Herr an.:
Ob ich mich an ihn erinnern würde.? Ich war etwas verdutzt und sagte.: Nein.
Nun, er sei der Herr,der mir vor kurzem nachts in Triolet ein Taxi besorgt habe.
Gleichzeitig ernsthaft aber auch verschmitzt sagte er das.
Ich war sofort *hellwach* und diesmal schaltete ich sofort.: *Jaaa...vielen Dank im nachhinein*,
und ob ich ihn einladen könnte zu einem drink.
Naajaa...Schließlich hatte ich mir in den folgenden Tagen ja auch Gedanken gemacht
über das merkwürdige abendliche Erlebnis...und wollte unbedingt wissen,was es damit auf sich habe.
Der unbekannte Herr nahm die Einladung gerne an.
Dabei brachte ich die Sprache ganz schnell auf diesen bewußten Abend und seine Bedeutung.
Er sagte: Jaaa...DAS machen wir des Abends, wenn hier in unserem Ort (= gemeint war Triolet )
niemand mehr was zu suchen hat ,
oder sich sich ein Fremder *auffällig benimmt*.
Das machen wir um ihn herauszukomplimentieren.
Ach so...noch etwas.: Von Beruf sei er Polizist...und der andere, sein Begleiter in der Nacht, ebenfalls...
Da wurde mir so einiges klar.:
Es war ein Rauswurf auf *asiatische Art*. oder soll ich sagen.: mauritianische Art.?
Er war Polizist.? Natürlich war das ein Stichwort für mich...und ich erzählte ihm von meinen Freunden in Triolet...und nannte auch deren Namen.
Der Eine war stellvertretender Polizei-Chef und der andere Chef der Wasser-Versorgung Nord ( für die Zuckerrohrfelder )
Die zweite Überraschung folgte dann postwendend.:
Jaajaa..er hätte schon von mir gehört...ich sei also derjenige ...
RESUMEE dieses nächtlichen Erlebnisses in Triolet.:
Ich war auf asiatische Art und Weise ( mauritianische ?) herauskomplimentiert worden...
also de facto herausgeschmissen worden. Auch hier wieder eine ganz eigenartige ,
typisch mauritianische Begründung, wie sie sich so im Gespräch herausstellte.:
*Wir halten unseren Laden spr.: unseren Ort sauber*.
DAS...ist sozusagen *gerade eben* geschehen...im Mai 2007.
Und auch hier kann ich nur meinen Hut ziehen...und zwar bis zum Boden.! Respekt vor den Mauritianern.!
Nachtrag.: Ich will hier nicht politisieren...
ABER.: WER paßt denn schon in DEU in dieser Weise auf seinen Ort auf.?
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